Wir Freunde des amerikanischen Krieges

Die SoL (Sozialistische Linke) Hamburg ist bekanntermaßen eher eine antisemitische Prügelbande als eine Gruppe die einen „Beitrag zum weltweiten Kampf um Befreiung“ leistet.

Die Veranstaltungen, der von der SoL veranstalteten, so genannten Winterakademie, sind zwar schon über die Bühne gegangen, jedoch sollen die Ankündigungstexte hier exemplarisch dazu dienen um zu zeigen, warum die SoL und ihresgleichen nichts anderes praktizieren als die Reproduktion von Antisemitismus und Vernichtungsideologie im deutschen Sinne.
Eine Veranstaltung wird also angekündigt unter dem Titel „Kulturindustrie – mehr als Massenbetrug“ und der Anmerkung: „Warum „I Believe I Can Fly“ die „Freunde des amerikanischen Krieges zu Tränen rührt“
Zwar wäre schon damit genug gesagt, dass im weiteren Verlauf der Ankündigung der unerträgliche Antisemit Moshe Zuckermann als „kritischer Theoretiker“ bezeichnet wird, doch wenn einige Sätze vorher Adorno erwähnt wird, dann lohnt es sich vielleicht einen intensiveren Blick zu werfen.

Man könnte meinen die SoL hätte Josef Dietzgen gelesen und verinnerlicht, der sozialdemokratische Philosoph schrieb einmal: „Wird doch unsere Sache alle Tage klarer und das Volk alle Tage klüger.“
Der Glaube an diesen (in Wahrheit nie stattgefundenen) Fortschritt ist der vermeintlich antiimperialistischen Logik immanent, so lässt sich erklären wie die SoL vom „amerikanischen Krieg“ sprechen kann und von Notwendigkeiten schweigen: Das wirklich Falsche aufzuzeigen. Aufzuzeigen wie die Taliban, die Hamas und wie sie alle heißen eindrücklich beweisen, dass die Menschen nicht alle Tage klüger werden – sondern, dass sich die Geschichte wiederholt, wenn nicht konsequent dagegen vorgegangen wird. Und klarer? Klarer wird allerhöchstens, dass die deutsche Linke, „die sich mit den Antisemit_innen der Hamas solidarisiert, in Israelis die neuen Nazis imaginiert und auf die Art und Weise eine Schuldumkehr betreibt, die die Opfer und Nachfahren der Shoa zu neuen Nazis macht.“

Das falsche Bewusstsein verhält sich also so: „Alles Sein ist Sein zum Tode. […] Indem sie ihr Leben für ihren Wahn in die Schanze schlagen, geben sie die Praxis zur deutschen Theorie der Wahrheit. Indem der Leib der Gotteskrieger zum Unterpfand der Wahrheit ihres Wahns wird, werden sie zum Paradebeispiel eben der Wahrheit, die einem in Deutschland ganz allein daraus zuwachsen soll, dass man stolz darauf ist, deutsch zu sein.“ (Initiative Sozialistisches Forum – Gegen die Heideggerisierung der Linken)
Und weil sie genau dieses Bewusstsein reproduziert versteht man bei der SoL die vernichtende Gewalt und den irren Hass der Djihadisten – und verteufelt im gleichen Zuge die Militanz der Vernunft, den Krieg der Alliierten.
Es ist das gleiche Bewusstsein, dass angebliche Antifaschisten dazu bringt im „Antifaschistischen Kalender 2010“ (Unrast Verlag) am 11.9 zu bemerken: „2001 Die Änderung der Skyline verändert die Welt. Entdeckung des islamischen Fundamentalismus und Beginn neuer Kriege.“ statt von einem islamistischen Massaker zu sprechen, das nichts anderes als die Fortsetzung der deutschen Endlösung meint.
Und mit der „Ästhetik des Widerstands gegen imperialistische Kriege“ die sich in der „standardisierten Kulturindustrieprodukten“ laut SoL nicht findet, ist nichts anderes gemeint als ein antisemitischer Gewaltfetisch.
Es ist die unwidersprechbare Wahrheit der Geschichte, die Adorno formulierte: „Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“

Nun, zur Winterakademie gehört sogar eine eigene Veranstaltung zu „Antisemitismus und Antizionismus“, diese wird eingeführt mit:

„Wir sind InternationalistInnen, weil wir MarxistInnen sind. Auf dieser Grundlage findet unsere Positionierung zu allen Widersprüchen in der Welt statt. Wir lehnen den israelischen Staat ab, wie wir jeden Staat, der nicht sozialistisch ist, ablehnen. Wir lehnen den Zionismus ab, wie wir jede reaktionäre, nationalistische Ideologie ablehnen. Die besondere Unterdrückung der PalästinenserInnen muss dabei natürlich Beachtung finden.“

Es scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, darauf hinzuweisen, dass Israel nichts anderes ist als eine notwendige Konsequenz aus der Geschichte. Und jede reaktionäre, nationalistische Ideologie will sie ablehnen, die SoL, schreibt aber kein Wort von der Hamas und derem antisemitischen Vernichtungskrieg, schreibt viel lieber gegen den amerikanischen Krieg, denn darin macht sie ihren wahren Feind aus: Im Traum vom besseren Leben.
Es ist, wie Justus Wertmüller formulierte:

„Es will keine Empathie für die ihres Glücks vorab und in alle Ewigkeit Beraubten aufkommen und entsprechend gebricht es am Haß auf die brutalen Verwalter dieser niederschmetternden Gleichheit, seien sie Revolutionswächter in Teheran oder vierzigjährige Frauen, die die Wiederholung des Unglücks, das ihnen selber angetan wurde, an ihren Töchtern exekutieren helfen. Solche Selbstverständlichkeit gilt nicht in einer Welt, in der das amerikanische Interesse als Mutter aller Sünden bekämpft wird, und man im Islamisten beziehungsweise Panarabisten längst seinen Verbündeten gefunden hat. Den dieser Geißel Unterworfenen um des schieren Überlebens und der kleinen Hoffnung auf ein besseres Leben ohne Saddam und Scharia willen die US-Army als Befreierin zu wünschen, wäre kein Grund für eigentlich doch überflüssigen Austausch von Argumenten gewesen, wenn Linksradikale sich einen Traum vom besseren Leben bewahrt hätten.“

Warum „I believe I can fly“ uns Freunde des amerikanischen Krieges also zu Tränen rühren kann ist einfach erklärt: Weil wir uns den Traum vom besseren Leben bewahrt haben. Eine amerikanisch-jüdische Redensart lautet:

They tried to kill us, we survived, let’s eat.