Gutes Deutschland vs. schlechtes Deutschland?

Das Bündnis Dresden Nazifrei! hat den Aufruf für die Proteste, gegen den, wie jedes Jahr im Februar stattfindenden, Naziaufmarsch veröffentlicht. Darin wird vermerkt:

„Grundlage unseres Erfolges war die Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen.“

Es folgt der Hinweis, dass „die Nazis“ versuchen „die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen.“ Wie diese Gedenkkultur aussieht, das kann man z.B. hier oder hier nachlesen.

Dem verweigert man sich auch gar nicht, denn, so schließt das Bündnis:

„Wir sind uns bewusst, dass sich die Nazis ihr Großereignis nicht einfach nehmen lassen. Deshalb werden wir uns auch 2011 wieder den Nazis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden entgegen stellen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.“

Und was das für die Antifa-Gruppen die den Aufruf mittragen bedeutet? Nun, nichts anderes als ein Verzicht auf Kritik um beim großen Spektakel seinen Teil vom Kuchen abzubekommen. Einen Redebeitrag zum Thema hielt vor einiger Zeit die [AGST], dieser ist hier nachzulesen.

Wenn also Dresden Nazifrei! das gute Gedenken gegen das falsche Gedenken verteidigen, dann kann auch die Dresdner Oberbürgermeisterin Orosz ihre Rede halten und klarstellen:

„Wir tun das im Gedenken an die schrecklichste Stunde Dresdens, die heute vor 65 Jahren schlug. An ihrem Ende waren Zehntausende von den Bomben zerrissen, erschlagen von zusammenstürzenden Mauern, im Höllenfeuer des Phosphors verbrannt, erstickt, ausgelöscht, und Zehntausende irrten zwischen den Trümmerbergen umher, Mütter suchten ihre Kinder, Kinder ihre Mütter. Noch Wochen, noch Jahre danach.“

Wenn davon gesprochen wird, dass die Bomben im Angesicht von Deportation und Vernichtung der größte Schrecken sein soll, den Dresden erfahren hat, dann lässt das nur einen Schluss zu: Die notwendige Bombardierung durch die Alliierten wird wieder mal als Vorlage genutzt sich selbst zum Opfer zu stilisieren. What a surprise.

Information zu Dresden und warum die Bombardierung notwendig war findet sich u.a. auf diesem Blog. Außerdem soll auf ein Interview mit Olga Horak verwiesen werden: „Wir hatten keine Angst vor den Bomben.“